Geschichtliche Entwicklung von Eickel
Ob es den sagenhaften "Tabo von Eickel" gegeben hat oder ob es sich um einen Lesefehler in einer Grabinschrift handelt, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen.
Wie der Eickeler Superintendent Daniels schrieb, soll dieser jedenfalls in den Jahren vor 800 in den Sachsenkriegen dem Karl dem Großen so erbittert Widerstand geleistet haben, dass dieser unser Gebiet lange nicht erobern konnte.

Die erste schriftliche Überlieferung zu Herne datiert um 880/884. In dem Urbar (Heberegister, Abgaberegister) des Klosters Werden im heutigen Essen sind als Einkünfte im Brukterergau verzeichnet: "In villa haranni berahtwini de manso pleno XXXVI modios ordei octo denarios heriscilling II farine modios et mansionem". - Übersetzt: "Berathwin in Herne, auf einer Vollhufe ansässig, 36 Scheffel Gerste, acht Denare Heerschilling und zwei Scheffel Mehl nach Werden abzugeben und für Beherbergung zu sorgen".

Historische GebäudeEin Mosaik an der Hauswand Herzogstraße / Eickeler Markt zeigt links oben die alte "Eickeler Johanneskirche", die auf dem Eickeler Markt stand, rechts die "Dorneburg", die an der Königstraße /Auf der Dorneburg stand, links daneben die "Burg Eickel" (wie sie ausgesehen haben könnte), die etwa zwischen Königstraße 23 und Hülsmann gestanden hat und "Haus Bönninghausen" an der Burgstraße / An der Burg.

Der Oberhof

Die älteste Urkunde über Eickel aus dem Jahre 1085 berichtet über den Ankauf des Oberhofes Eickel. Erzbischhof Sigewin von Köln bestätigt dem Abt Hermann und dem Konvent von St. Pantaleon die von ihnen erworbenen vogteifreien Güter, darunter ein Allod in 'Eycklo'. Diese Urkunde soll nach Oppermann Mitte des 12. Jahrhunderts gefälscht worden sein, wobei eine alte echte Urkunde benutzt worden sei. Möglicherweise geht diese Bezeichnung auf einen Flurnamen zurück: 'eck' bedeutet 'Eiche', 'loh' = Wald; demnach war Eickel eine Siedlung im Eichenwald.
Um 1150 wird im Urbar E der Abtei Werden an der Ruhr ein 'Wicbertus in Eclo' genannt. Der Oberhof (curia) 'E (i) kelo' der Abtei St. Pantaleon in Köln wird auch in den Vogteirollen des Stiftes Essen aus der Zeit vor/um 1220 erwähnt. Um 1225 wird im Urbar A von St. Pantaleon in Köln die curtis (= Oberhof) 'Echilo' genannt. Im Schatzbuch der Grafschaft Mark werden im 'Nederampt van Bouckhem (Niederamt Bochum)' im Jahre 1486 in 'Ekell' 36 Hofesnamen aufgezählt.
In der Türkensteuerliste des märkischen Amtes Bochum sind 1542 12 Höfe und 18 Kötter verzeichnet; im Türkensteuerregister von 1598 für das Amt Bochum wird der 'Schulte tho Eickel' neben vielen anderen als Abgabepflichtiger genannt. Im Feuerstättenverzeichnis sind im Jahre 1664 vier Höfe, ein halber Hof und 35 Kötter eingetragen.

Der Schulte

Bei dem Oberhof Eickel war der Schulte über eine große Hofgemeinschaft gestellt; er trieb bei den dem Haupthof Pflichtigen Höfen die Abgaben ein und sprach im Namen des
Blick auf den Schultenhof durch die "Zwiebelgasse".
Hofherrn Recht. Leitete der Hofherr selbst die Verhandlung, hatte der Schulte beratende Funktion.

Der Ursprung des Eickeler Schultenhofes geht bis ins Mittelalter zurück. Von 1085 bis 1569 war die Abtei St. Pantaleon Eigentümerin des Hofes. In der Türkensteuerliste von 1542 wird in Eickel "Die Schulte" erwähnt. Im Türkensteuerregister von 1598 wird der "Schulte tho Eickel" genannt. 1873 ging der Hof durch Heirat an den Schwiegersohn Tiedemann über. Nach dem Ersten Weltkrieg erwarb die Stadt das Anwesen.

Die Hofgebäude sind im Laufe der Jahrhunderte an verschiedenen Stellen immer wieder erneuert worden. 1805 wurde das Wohnhaus durch einen Brand zerstört und an der gleichen Stelle, in der heutigen Straße "Schultenhof", erneut aufgebaut.

Dieses Fachwerkhaus wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben und die Reste des Hauses 1947 von einem Sturm zerstört.

Eickel in der neueren Zeit

Eickel gehörte 1808 während der napoleonischen Zeit zur Mairie Herne, aus der sich die Bürgermeisterei Herne und danach das Amt Herne entwickelten. Am 01.08.1875 wurde das Amt Wanne gebildet, das aus dem Gemeinden Holsterhausen, Eickel, Röhlinghausen, Bickern und Crange bestand. Am 01.11. 1891 wurde das Amt Wanne in das Amt Eickel und das Amt Wanne geteilt. Zum Amt Eickel gehörten die Gemeinden Eickel und Holsterhausen. 

Im Jahre 1926 gab Eickel beim Zusammenschluss der Ämter Wanne und Eickel zur neuen Stadt Wanne-Eickel dieser einen Teil ihres Namens und des Stadtwappens. Der "Emscherbrücher Dickopp" lebte im Cranger Teil des Emscherbruchs.

Seit dem Zusammenschluss mit der Stadt Herne im Jahre 1975 ist Eickel ein Stadtteil der Stadt Herne in Bundesland Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland.

Die redaktionelle Bearbeitung der Eickeler Stadtgeschichte wurde von Ralf Frensel für die Werbegemeinschaft Eickel durchgeführt. Bei Fragen, Anmerkungen und Kritik wenden Sie sich bitte an rfrensel@eickel-hats.de.
Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 15. Juni 2000, um 00:01 Uhr.