Zurück zur Homepage Die Eickeler Geschichte
Der Eickeler Markt
Die alte Eickeler Kirche
Den Kern des Dorfes und Kirchspiels bildete der Eickeler Markt mit der heutigen Königstraße. Hier kreuzten sich zugleich die Wege von Bochum nach Wanne sowie von Herne nach Wattenscheid.

Auf dem "Eickeler Markt" wurde das Eickeler Gotteshaus - gewidmet Johannes dem Täufer - errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1321 berichtet von den "Rektoren der Kapelle zu Eyclo". Es bestanden die St. Georgs- (St. Jürgen-), wahrscheinlich eine Dahlhauser Stiftung, und die Katharinen- oder Schierhörder Vikarie genannt nach dem ihren Hauptbesitz bildenden Kotten Schierhörde im Eickeler Bruch), von Wilhelm von Hugenpoth zum Gosewinkel gestiftet, im 17. Jahrhundert an die Rektoren oder Präzeptoren der reformierten Schule zu Bochum vergeben.
1564 erfolgte die Einführung der Reformation durch den St. Georgsvikar (1580 als Pastor eingesetzten) Joh. Lütgendorf, mit Hilfe des Cranger Pastores Joh. Rothaupt. 1672 wird den Lutherischen durch den Religionsvergleich zwischen Brandenburg und Pfalz-Neuburg Kirche und Kircheneinkünfte zugesprochen, den Katholiken öffentliche Religionsübung bewilligt.
Der alte Marktplatz
Der Eickeler Markt um 1925
mit Hohenzollernbrunnen und Hülsmann-Brauerei mit dem Fachwerkhaus "Markmann".
Die im 14./15. Jahrhundert erbaute Kirche wurde 1890 abgebrochen. An der Nordseite hatten die Besitzer von Nosthausen, an der Südseite die der Dorneburg einen Bühnenraum mit Treppenaufgang von außen; an der Nordseite war die Grabkapelle der Dorneburger mit dem Grabdenkmal Konrads von Strünkede, das beim Abbruch der Kirche an das Museum nach Witten verkauft wurde.
Die heutige Johanneskirche am Beginn der Hauptstraße ist die evangelische Nachfolgekirche, die katholische Kirche ist St. Marien an der Herzogstraße, für die durch die Industrialisierung explosiv gewachsene Bevölkerung.

1750 fanden im Kirchspiel Eickel drei Jahrmärkte statt, nämlich zu den Festen Mariä Verkündigung (25.03.), Mariä Geburt (08.09.) und zum St. Michaelistag (28.09.). Am 25. April, 28. Juni und 29. September veranstaltete man Kram- und Viehmärkte, verbunden mit einem Zwiebelmarkt. Nach Aufhebung der Krammärkte im Jahre 1907 und Einführung von drei weiteren Viehmärkten fanden diese alle zwei Monate statt. Heute werden die Wochen- und Jahrmärkte auf dem benachbarten "St.-Jörgen-Platz" abgehalten.
Opa Kalt, im Alter von 50 Jahren
In einem Zeitungsbericht von 1935 heißt es, dass nichts mehr an das kleine idyllische Dorf erinnert. Höchstens die kleine "Zwiebelgasse" entlang der Einfriedungsmauer der Brauerei Hülsmann erinnert noch an den Zwiebelmarkt, auf dem die Käufer ihren Zwiebelbedarf für den Winter deckten. - Und dann kamen aus Bochum und Westerholt die ersten Konditorläden und mit ihnen "Oma Seibel" ausBochum - und dann wurde daraus ein Volksfest. 1888 sah man das erste Dampfkarussell. Der 83-jährige "Opa Kalt", der letzte "Kiepenkerl" aus Eickel, erinnerte sich, dass seit seiner Jugend hier sächsische Zwiebeln auf den Markt kamen. Zu den sächsischen Händlern kamen dann noch einheimische Erzeuger. Ein Eickeler Gutsbesitzer konnte allein schon 100 Zentner Zwiebeln absetzen.

Die zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 auf dem Eickeler Markt errichtete "Siegessäule" sollte laut Beschluss des Verschönerungsvereins Eickel vom 13.05.1908 auf den Wilhelmsplatz (heute "St.-Jörgen-Platz") umgesetzt werden. Wegen heftiger Proteste wählte man schließlich den Eickeler Volksgarten als Standort.

Der "Hohenzollern-Brunnen" wurde aus dem Reinertrag einer Wohltätigkeitsveranstaltung mit einem Kostenaufwand von 20.000 Mark erbaut und am 13.11.1909 eingeweiht. Entwurf und Ausführung stammten von dem Münchener Bildhauer Lorenz Schwind. Die Brunnenfigur wurde am 18.04.1940 demontiert und im Rahmen der "Metallspendeaktion" eingeschmolzen. Nachkriegspläne zur Wiederherstellung des Brunnens konnten nicht realisiert
Der Marktbrunnen
werden. 1960 wurde auch der Sockel abgebrochen.

Am 30. November 1912 eröffnete man im Garthmann'schen Saal das erste kommunale Kino des Deutschen Reiches. In den frühen 20er Jahren wurde das Lichtspieltheater wieder kommerzialisiert und ist noch als "Schauburg" und "Atrium" in Erinnerung.





Blaue Kittel
Traditionsbewusste Eickeler und Heimatfreunde haben in Eickel bereits vier Historische Informationstafeln gestiftet, die einen Überblick zur Geschichte geben und auf nicht mehr vorhandene historische Gebäude hinweisen.

Neben dem Eickeler Markt sind das die "Käseglocke" (abgebrannte Wanne-Eickeler Stadthalle), die Dorneburg und Haus Bönninghausen.

Die "blauen Kittel" waren die Arbeitskleidung der Bauern und Kohlenschlepper an der Ruhr. Auch der Kiepenkerl August Kalt hat so einen Kittel getragen, wie Sie auf dem Bild oben ersehen können.

Die redaktionelle Bearbeitung der Eickeler Stadtgeschichte wurde von Ralf Frensel für die Werbegemeinschaft Eickel durchgeführt. Bei Fragen, Anmerkungen und Kritik wenden Sie sich bitte an rfrensel@eickel-hats.de.